Daz-Lehrplan inspiriert!

Sie haben keinen Plan, wie man mit dem DaZ-Lehrplan arbeitet?

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Treten Sie ein, wir haben viele Mitglieder – andere Klassenlehrer der Ü-Klassen, Schulleitungen und die Herrschaften, die diesen DaZ-Lehrplan geschrieben haben.

Ein Plan wird geschrieben, um ein Ziel zu erreichen. Sie müssen sich jetzt entscheiden, was Ihr Ziel ist.

  1. Ihr Ziel ist es ganz genau nach dem DaZ-Lehrplan, den Stoff durchzukriegen? Kein Problem, verteilen Sie einfach die 6 Themengebiete auf das Schuljahr und halten Sie sich dran. Der Blogpost ist hier für Sie zu Ende.
  2. Ihr Ziel ist es, Ihren Schülern Deutsch beizubringen, damit sie bald wirklich in ihrer Zweitsprache lesen, schreiben und sprechen können? Lesen Sie weiter, dieses Ziel ist etwas komplexer.

Zu viel Freiheit

Da es im DaZ-Lehrplan nur sehr große Wortschatzfelder (1. Ich und du, 2. Lernen, 3. Sich orientieren, 4. Miteinander leben, 5. Was mir wichtig ist, 6. Sich wohl fühlen – Quelle: Bayerischer DaZ-Lehrplan: http://www.isb.bayern.de/download/8946/6.pdf) vorgegeben sind, haben Sie sehr viel Freiheit bei der Unterrichtsplanung und Gestaltung. Mit dieser Freiheit muss man jedoch umgehen können. Wenn man eine Übergangsklasse gleich nach dem Referendariat übernehmen darf, kann man das in der Regel nicht. Schließlich muss ja jede Unterrichtsminute nach einem Plan laufen, den Sie vor einer Woche schon gemacht haben…

Zu wenig Grammatik

Das andere Problem sind die fehlenden Vorgaben der Grammatik. Gerade der ältere Ü-Schüler der Mittelschule hat wahrscheinlich in seinem Heimatland eine Fremdsprache gelernt und braucht einfach grammatische Strukturen. Diese werden im DaZ-Lehrplan jedoch nicht vorgegeben. Warum? Vermutlich, weil das zu viel Arbeit macht, sich eine sinnvolle Reihenfolge der Grammatikinhalte zu überlegen. Das Ganze muss dann auch an Schülern getestet und überprüft werden, ob diese Reihenfolge der deutschen Grammatik wirklich Sinn macht.

Ich habe mir diese Arbeit gemacht und sie in einem eBook „Grammatik A0 – Basics für Anfänger!“ zusammengefasst und dieses an meinen Schülern getestet. Diese Grammatik befähigt Ihre Schüler schon in wenigen Wochen zum selbstständigen Schreiben und Sprechen. Die Möglichkeit eigene Gedanken auszudrücken, wird die Kinder viel mehr motivieren, als nur auswendig gelernte Phrasen wieder zu geben.

Wortschatz – ungenügend

Sie werden im Laufe der Zeit auch merken, dass diese Wortfelder bei Weitem nicht ausreichen. Da die Ü-Schülerschaft so wahnsinnig heterogen ist und ganz unterschiedliche Erfahrungen und Fähigkeiten mitbringt, werden immer wieder unterschiedlichste Themen in Gesprächen oder Aufsätzen auftauchen. Hierzu finden Sie ein wundervolles Beispiel „Wie sieht dein perfekter Tag aus?“ von meiner 15-jährigen Schülerin. Weitere interessante und wichtige Themen des Wortschatzes sind die Berufswahl (kommt viel zu kurz) und der Wahl der weiterführenden Schulen, mathematische Grundbegriffe, andere Länder und Kulturen und vieles mehr.

Kein Klassen – Lehrplan

Ihre Flexibilität und Improvisationsgabe wird in der Ü-Klasse auf die Probe gestellt. Sie werden unter Umständen Schüler haben, die seit 1,5 Jahren, ein Paar Monaten und wenigen Wochen in Deutschland sind. Gute Schüler werden Sie bald verlassen, Neue kommen wieder dazu. Wollen Sie wirklich mit Ihrem Stoffverteilungsplan vom Anfang des Jahres jedem Schüler die gleichen Inhalte beibringen? Das wird nicht funktionieren und weder Ihnen noch Ihren Schülern Freude bereiten. Der DaZ-Lehrplan ist im besten Fall als Anleitung zum Lernen für jeden einzelnen Schüler zu verstehen, jedoch nicht für die ganze Klasse.

Sobald ein neuer Schüler in die Ü-Klasse kommt, wird er mit dem Lernfeld Nummer 1 anfangen, egal ob gerade Weihnachten oder Ostern ist. Da hilft nur wirklich stark differenziertes Arbeiten und individuelles Lernen. Nicht nur für die Prüfungsstunden und Lehrproben, sondern jeden Tag und jede Stunde. Das ist die einzige Antwort und Lösung für das schwierige Arbeiten mit dem Lehrplan und dem Unterrichten in der Ü-Klasse.

Zusammengefasst bedeutet das:

DaZ-Lehrplan

Problem

Lösung

ist sehr frei gehalten Zu viel Freiheit, insbesondere für Berufsanfänger und fachfremd unterrichtende Lehrer.

Individueller Unterricht

Intensives Einarbeiten

gibt keine Grammatik vor Die Schüler werden die Sprache nicht durch „Phrasen auswendig lernen“ beherrschen.

Individueller Unterricht

„Grammatik A0“

behandelt nur 6 Wortschatzgebiete Diese Vokabeln sind wichtig, aber es gibt noch viele andere interessante und wichtige Themen.

Individueller Unterricht

„Wortschatz A0“

wird im Stoffverteilungsplan auf das Schuljahr verteilt. Sie starten mit wenigen Schülern, mitten im Schuljahr kommen neue dazu und andere wechseln in die Regelklasse. Neue Schüler müssen den Stoff von Anfang an lernen.

Individueller Unterricht

Der Lehrplan gilt für den einzelnen Schüler, nicht für die ganze Klasse.

Individuelles Lehren und Lernen!

  • Welche Erfahrungen haben Sie mit dem DaZ-Lehrplan und dem Stoffverteilungsplan gemacht?
  • Was finden Sie gut, was verbesserungsfähig?

Schreiben Sie bitte Ihre Kommentare dazu und tauschen Sie sich mit Kollegen aus. Ihr Wissen wird nicht schrumpfen, wenn Sie es teilen!

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