Wie führe ich Mathematik in der Ü-Klasse ein?

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Geliebt und gehasst – Mathematik in der Schule

Mathematik ist ein schönes Fach zum Unterrichten. Auch die Lehrkräfte ohne Mathematikstudium können (und müssen oft) sich schnell einarbeiten. Der Lehrplan für eine Jahrgangsstufe gibt uns eine gute Struktur, die zugelassenen Schulbücher bieten uns den Inhalt. Im Internet sind Mathematikaufgaben zu jedem Thema und auf verschiedenen Schwierigkeitsstufen in großer Menge zu finden. Man kann die Schüler online üben lassen oder ein Mathematikbuch mit Übungen bei Amazon bestellen. So findet man auch schnell Zusatzaufgaben für Schnelle und hat Zeit den schwachen Schülern zu helfen.

Dennoch finden die meisten Kollegen den Mathematikunterricht in den Regelklassen schwierig – die Schüler sind oft unmotiviert, haben Angst vor diesem Fach und sehr große Wissenslücken. Diese Probleme sind nicht von der Hand zu weisen. Sie relativieren sich jedoch schnell, wenn man nun eine Übergangsklasse unterrichtet.

Mathematikunterricht in der Ü-Klasse – Wie fange ich bloß an?

Auf dem Stundenplan stehen fünf Stunden Mathematik und die Schulleitung macht auch Druck? Bevor Sie jedoch die erste Mathematikstunde gehalten haben, stehen Sie gleich vor mehreren Problemen.

  1. Es gibt keinen Lehrplan für Mathematik in einer Übergangsklasse. Der Lehrplan für DaZ lässt ja schon viel zu wünschen übrig, aber für Mathematik gibt es einfach keinen. Wie setzen Sie sich also ein Ziel für Ihren Unterricht und wie wollen Sie die Erfolge messen?

  2. Es gibt keine Schulbücher für Mathematik + DaZ. Wenn Sie eine Ü1-4 in der Grundschule unterrichten, können Sie noch die Schulbücher für 2. / 3. Klasse nehmen und die Wörter jeder Seite zuerst übersetzen lassen. In der Ü5-9 geht das nicht mehr so einfach, weil der Mathematikstoff, die Fachsprache und die Sprache in den Textaufgaben zu kompliziert für Anfänger ist.

  3. Sie haben in Ihrer Klasse sicherlich Kinder von jeder Jahrgangsstufe, dazu welche, die früher am Gymnasium waren und auch Kinder, die lange auf der Flucht waren. Sie haben manchmal über mehrere Jahre keine Schule besucht und beherrschen gerade so die Grundrechenarten.

Königsweg zur Mathematik

Sie sind jedoch ein unverbesserlicher Optimist und fangen einfach mal an, z.B. mit den Grundrechenarten. Sie teilen am Anfang ein Arbeitsblatt mit vier Grundrechenarten aus und lassen die Schüler rechnen. So können Sie schnell feststellen, wie gut und wie schnell die Kinder beim Rechnen sind.

Die Guten und Schnellen dürfen natürlich den Schwächeren helfen, wenn sie früher fertig sind. An diesem Punkt kommt ein weiteres Problem dazu – die guten Schüler können Mathematik vielleicht in ihrer Muttersprache erklären, aber nicht auf Deutsch. Sie versuchen es selbst den schwachen Schülern zu erklären, merken aber auch schnell, dass die Schüler Ihnen nicht folgen können. Wie denn auch? Ein Ü-Schüler lernt im DaZ-Unterricht zunächst Wörter aus den Feldern „Ich und Du“, „Familie“, „Schule und Schulsachen“, „Hobby und Freizeit“. Für den Mathematikunterricht braucht er jedoch einen zusätzlichen Fachwortschatz.

Die Vokabeln dazu müssen erst aufgeschrieben, übersetzt und gelernt werden. Danach muss man sie in verschiedenen Situationen und Aufgaben anwenden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Ü-Schüler gute Mathematik-Kenntnisse haben, sich jedoch nicht trauen im Mathematikunterricht eine Aufgabe an der Tafel zu rechnen.

Das ist wirklich sehr schade, denn wenn die Schüler nach und nach in die Regelklasse integriert werden, könnten sie dort ihr Können in Mathematik zeigen und ihr Selbstbewusstsein aufbauen. Leider werden geringe Kenntnisse der deutschen Sprache immer noch mit einem geringen Intelligenzquotient gleichgesetzt. Nicht nur von den Schülern kommen die Äußerungen: „Er sagt ja nie was – also weiß er auch nichts!“ Dabei ist für viele Ü-Schüler Deutsch die 3. oder die 4. Sprache, die sie lernen und auf Mathematik wird in vielen osteuropäischen Ländern mehr Wert gelegt. Dementsprechend haben viele Schüler den Mathematikstoff in ihrem Heimatland schon gemacht.

Sinnvoller Anfang – leicht gemacht!

Wenn ein neuer Schüler in die Übergangsklasse kommt, muss er zunächst lernen, einfache Sätze zu bilden, sich selbst vorzustellen und seine Wünsche und Fragen zu äußern. Die Zahlen können gleich am Anfang eingeführt werden, man braucht sie für die Uhrzeit, Anzahl der Hefte oder für das Geburtsdatum. Nach 3 – 5 Wochen kann man den Grundwortschatz für Mathematik einführen. Dazu finden Sie im Anhang eine praktische Vokabelliste mit allen wichtigen Begriffen zu den Zahlenarten, Einheiten, Zeichen, Grundrechenarten und der Bruchrechnung. Drucken Sie die 4 Blätter für Ihre Schüler aus und lassen sie die Vokabeln mit einem Online-Wörterbuch (z.B. www.pons.de ) übersetzen. Ob der Schüler die Wörter richtig übersetzt hat, merken Sie an den richtigen Beispielen, die er Ihnen dann für diese Begriffe geben kann. Allein mit dieser kleinen Sammlung lassen sich schon die Aufgaben zu den vier Grundrechenarten und der Bruchrechnung, sowie einfache Textaufgaben bearbeiten.

Aller Anfangist schwer

Aber Sie und Ihre Schüler haben es nun geschafft – machen Sie weiter. Als nächstes können Sie die Begriffe der Grundrechenarten einüben und die wichtige Regel „Punkt vor Strich“ erklären.

Mit dem Ebook „Punkt vor Strich – Mathematik + DaZ A1“ geht das ganz einfach. Nach einer kurzen Theorie- und Spracheinführung geht es ans Rechnen – 200 Rechenaufgaben können die Schüler immer am Anfang der Stunde rechnen und laut erklären. Das Erklären an der Tafel (am Whiteboard) ist für die Sprachfertigkeit und das Selbstbewusstsein unserer Schüler sehr wichtig. Geben Sie ihnen diese Chance zu zeigen, was in ihnen steckt!

Sparen Sie sich das lange Suchen!

Das Buch „Punkt vor Strich – Mathematik + DaZ A1“ gibt es derzeit zum Einführungspreis von 4,99 € bei Amazon zu kaufen – http://www.amazon.de/dp/B01EED47W0

Informieren Sie sich ausführlich hier und entscheiden Sie dann, ob es Ihnen und Ihrer Ü-Klasse beim Lernen und Unterrichten hilft!

Mathematik

Ich wünsche viel Erfolg dabei!

 

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